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Lausanner Verkehrsbetriebe

Deutliche Abfuhr für GAV TL in der Urabstimmung

Die Mitglieder der Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV bei den Lausanner Verkehrsbetriebe TL und der Bahn Lausanne-Echallens-Bercher (LEB) haben in den letzten zehn Tagen schriftlich über den neu ausgehandelten Gesamtarbeitsvertrag abgestimmt und diesen mit 85,4% Nein-Stimmen abgelehnt, bei einer Stimmbeteiligung von 74,1%. Der SEV, der die Mitglieder wegen dem intransparenten, willkürlichen neuen Lohnsystem zum Nein-Stimmen aufgerufen hatte, fordert nun weitere Verhandlungen auf einer neuen Grundlage. Weiter verlangt der SEV eine vorübergehende Verlängerung des GAV LEB, der am 31. Dezember ausläuft.

«Das Nein an der Urne ist keine Überraschung, doch seine Deutlichkeit hat unsere Erwartungen übertroffen», sagt der zuständige SEV-Gewerkschaftssekretär Christian Fankhauser. «Das von der Direktion gewollte Lohnsystem ist weniger attraktiv als das aktuelle, denn der Aufstieg vom Eintritts- zum Maximallohn würde damit erheblich länger dauern. Zudem würden jährlich nur drei von zehn Mitarbeitenden von einem Leistungslohnanteil profitieren. Somit war die Rechnung schnell gemacht. Die SEV-Mitglieder waren sich klar bewusst, dass ihnen der neue GAV viel mehr Nachteile als Vorteile brächte, und dies in allen Berufskategorien.»

Der SEV verlangt nun eine rasche Wiederaufnahme der Verhandlungen auf einer neuen Basis, damit eine nachhaltige Lösung gefunden werden kann. Und er bedauert, dass die TL-Direktion die vom Personal seit Monaten ausgesandten Signale nicht gehört hat. Die Arbeitnehmerseite hat sich zum neuen Lohnsystem stets kritisch geäussert.

Der SEV erachtet es zudem als sehr wichtig, dass nun der bestehende GAV LEB, der am 31. Dezember 2015 ausläuft, vorübergehend verlängert wird. «Es ist nicht möglich, die rund 70 Kolleg/innen der (ehemals selbstständigen und nun von den TL betriebenen) LEB einfach in den bisherigen GAV TL zu integrieren, denn die Unterschiede zwischen den beiden Verträgen sind zu gross, und die LEB-Mitarbeitenden hätten auf dem Lohnzettel inakzeptable Verluste zu beklagen», betonte Christian Fankhauser.

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